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Nassauische Neue Presse 02.12.10

Leserbrief von Ute und Michael Boppré - zu: «Aus für Woolrec in Beselich» (Ausgabe vom 1. Dezember)

Beselich ist als Gemeinde nur erstarkt

Über die «Meinung » des Herrn Goeckel haben wir doch etwas geschmunzelt. Nicht das Bürgerforum hat sich gegen Woolrec durchgesetzt, sondern die Demokratie, und das ist auch gut so! In Beselich wurde das Bürgervotum gehört und beachtet. Vorbildlicher kann man Demokratie nicht umsetzen. Im Übrigen merken wir an, dass im Bundestag auch täglich die Fetzen fliegen und die BRD trotzdem nicht untergeht. Auch in Beselich wird sich ein neuer Investor finden, davon sind wir absolut überzeugt. Die unsachliche Schwarzmalerei seitens Herrn Goeckel sollte nun endlich mal ein Ende finden! Beselich ist in unseren Augen als Gemeinde nur erstarkt und hat es nicht nötig, sich «totreden zu lassen».

Nassauische Neue Presse 16.11.10

Leserbrief von Joachim Brötz - Erst fing es ganz harmlos an

Zu «Breites Misstrauen gegen Woolrec» (Ausgabe vom 10. November):

Zur Ansiedlung der Firma Woolrec möchte ich einmal in Erinnerung bringen, dass vor rund 50 Jahren bei der Kapelle Beselich eine Müllkippe war. Dann kamen Hühner mit ihren Begleiterscheinungen (Legen, Brüten, Mästen, Schlachten usw.) bis hin zur Kompostierungsanlage. Alle diese Anlagen fingen erst ganz harmlos an, aber dann! Ich denke auch im Namen der Beselicher Bürger sagen zu können, dass ein halbes Jahrhundert Abfall, Müll, Gestank und daraus hervorgehende Beschönigungen und Versprechungen reichen.

Nassauische Neue Presse 15.11.10

CDU Beselich stieg einseitig aus

Zum Leserbrief «Geradliniges Vorgehen» (Ausgabe 12. November)

von Norbert Heil, Niedertiefenbach, Vorstandsmitglied der Beselicher SPD

Zeitpunkt, Stil und Inhalt des Leserbriefes von Dieter Ludwig, der ansonsten ein von mir geschätzter Vorstandskollege und guter Nachbar ist, zeigen deutlich, welche Strategie sich die Beselicher CDU zurechtgelegt hat. Noch zwei Wochen vor der geplanten Bürgerversammlung hat sie mit allen Fraktionen im Ältestenrat vereinbart, dass nach der Bürgerversammlung eine Bewertung und anschließend eine parlamentarische Entscheidung zu treffen ist. Gegensätzliche Standpunkte anhören und danach eine Entscheidung treffen, ist ein bewährtes demokratisches Prinzip und prägt unsere Gesellschaft in allen Bereichen des Zusammenlebens.

Gut eine Woche vor der Bürgerversammlung steigt die CDU jedoch einseitig aus dieser Vereinbarung aus und stellt sich nun, nach der Bürgerversammlung, als gradlinig und als «Ohr» der Bürger dar. Hat sie vergessen, dass auch sie der Umwandlung eines Teils des Gewerbegebietes in ein Industriegebiet zugestimmt hat?

Ein Schelm, der dabei an die bevorstehende Kommunalwahl denkt. Aber, Opportunismus, egal in welchen gesellschaftlichen Bereich, hat eine kurze «Halbwertzeit». Ob sich das im März 2011 auszahlen wird, ich bin gespannt.

Ich glaube nicht, dass sich die Beselicher Bürger Opportunisten als ihre Vertreter wünschen. Die «Beselicher Verhältnisse» dürften aber durch diese Strategie auf der Strecke geblieben sein.

Kommentar des Bürgerforums: Ob die "Beselicher Verhältnisse" auf der Strecke geblieben sind, interessiert die Bürger vermutlich weniger als die Position, die eine SPD bezüglich der Ansiedlungspläne von Woolrec und Glasstec einnimmt. Nachdem die Bürgerversammlung schon 8 Tage zurückliegt und die meisten Argumente ausgetauscht sind, wäre es hilfreich, wenn auch die SPD eine klare Meinung zum Thema beziehen würde.

Nassauische Neue Presse - Leserbrief vom 13.11.10

Leserbrief vom 13.11.10 zur Bürgerversammlung am 8.11.10 von Kai Speth, Beselich-Niedertiefenbach

Kein Endlager für Atommüll

Als Teilnehmer des Bürgerforums bin ich nicht von der Ungefährlichkeit der Anlage überzeugt worden, und wenn ich es zu entscheiden hätte, würde ich auch gegen eine Ansiedlung stimmen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass hier von manchen Teilnehmern und der Bürgerinitiative etwas übertrieben wurde. Es wird hier kein Atommüllendlager oder ähnliches verhindert. Es ist nicht bewiesen, dass die Fasern auch wirklich in dieser Konzentration schädlich sind. Im Zweifel sollte aber für die Gesundheit entschieden werden.  Als Beselicher muss uns aber klar sein, dass jede Ansiedlung in einem Industriegebiet Risiken birgt.

Da aber die bisherigen hohen Einnahmen aus der Kreisabfalldeponie in Zukunft ausbleiben, oder zumindest erheblich geringer ausfallen werden, brauchen wir andere Einnahmequellen um die gute finanzielle Situation der Gemeinde beizubehalten. Aus diesem Grund haben die gewählten Gemeindevertreter und der Bürgermeister (so wie es ihre Aufgabe ist) sich um Investoren bemüht um weitere Einnahmequellen zu erschließen. Diese Personen sind nicht gewissenlose, geldgierige Politiker, sondern unsere Mitbürger, Nachbarn und Freunde, die dafür sorgen wollen, dass nicht wegen der Kassenlage der Gemeinde die Gebühren und Abgaben noch schneller steigen oder Zuschüsse gestrichen werden müssen.

Deswegen ist es wichtig klarzumachen, dass der Protest sich nicht gegen die Gemeindevertreter (die ja noch gar nichts entschieden haben) oder eine generelle Ansiedlung, sondern ausschließlich gegen diese! Ansiedlung richtet. Auch um andere potenzielle Investoren nicht abzuschrecken.

Kommentar des Bürgerforums: Die Mitglieder des Bürgerforums bemühen sich sehr intensiv, ausschließlich Sachinformationen zusammenzutragen und weiterzugeben. Wir können uns dabei nur auf den aktuellen Stand der Wissenschaft, Behördenaussagen, die Messprotokolle und sonstige Tatsachen beziehen. Wie diese Informationen von jedem Bürger bewertet werden, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Wichtig ist uns nur, jedem Bürger diese Informationen zugänglich zu machen und zu vermitteln, wozu das Bürgerforum bisher unzweifelhaft am meisten beigtragen hat.

Nassauische Neue Presse - Leserbrief vom 13.11.10

Zur Bürgerversammlung am 8.11.10 - von Peter Bandur,  Beselich-Niedertiefenbach

Mehrheit der Bürger akzeptieren

Der Versuch, die versammelten Beselicher mit Zuckerwürfeln und Geschichten von umgedrehten Obsttorten von der Ansiedlung zu überzeugen, ist gescheitert. Das Ganze erinnerte ein bisschen an den Auftritt der Amerikaner vor den Vereinten Nationen, in dem sie anhand von Bildchen versuchten, den Krieg im Irak zu legitimieren.

Grenzwerte hin oder her, bei der Bürgerversammlung ist doch eines deutlich geworden: Die Mehrheit der Beselicher will keine Ansiedlung dieser Firma. Herr Fritsch sollte das akzeptieren und sein tolles preisgekröntes Verfahren an anderer Stelle weiter entwickeln. Die Vertreter der Gemeinde sollten den Wahnsinn, in einem beschaulichen Dorf im vielbesungenen kalten Westerwald ein «Industriegebiet» zu installieren, korrigieren und im Sinne der Bürger handeln. Dafür sind sie gewählt!

Nassauische Neue Presse - Leserbrief vom 12.11.10

Geradliniges Vorgehen Dieter Ludwig, Vorsitzender der CDU Beselich 

Die CDU-Beselich sieht sich durch den Verlauf der Bürgerversammlung in ihrer schon im Voraus geäußerten ablehnenden Haltung gegenüber dem Ansiedlungswunsch der Firma Woolrec bestätigt. Wenn die CDU-Vertreter durch eigene Anschauung und durch viele Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern in allen Ortsteilen der Gemeinde diesen Entschluss gefasst und veröffentlicht haben, so ist das ein deutlicher Beleg für die Bürgernähe der CDU Beselich und für ein geradliniges Vorgehen in wichtigen politischen Themenbereichen und keinesfalls ein «Einknicken», wie von Herrn Goeckel kommentiert.

Wenn die Bürger der Gemeinde, und dazu zählen natürlich auch die Vertreter der CDU, zu den Fakten auch Ängste in der Sache haben und deshalb keine weiteren belastenden Ansiedlungen auf dem Gemeindegebiet wünschen, ist dies auch vom Kommentator zu akzeptieren und nicht zu tadeln. Dass das Projekt der Firma Woolrec in Beselich auf besonderen Widerstand gestoßen ist, hat natürlich seine Hintergründe. Unter anderem, dass die Bürger hier schon einmal versprochen bekamen, dass Abfall nur in einer geschlossenen Halle mit ausgereiftem Filtersystem behandelt wird und keine Geruchsbelästigung stattfindet. Das gegenteilige Ergebnis konnte mehrere Sommer hindurch in Heckholzhausen und Obertiefenbach «beschnuppert» werden. So darf es nicht verwundern, dass die Bürger ähnlichen Versprechen gegenüber nicht mehr aufgeschlossen sind. Fazit: Politik ist für die CDU das Machbare mit den Bürgern und nicht allein das technisch Mögliche!

Nassauische Neue Presse - Leserbrief vom 12.11.10

Bedenken sind legitim - Andreas Kloft für das Bürgerforum Beselich

Herr Goeckel hat als Journalist Ihrer Zeitung einen sachlichen Bericht zur Bürgerversammlung in Obertiefenbach erarbeitet. Freilich darf auch er zum Thema seine private Meinung äußern. Allerdings hat er sich mit seinen geradezu diskreditierenden Anmerkungen zu den kritischen Stimmen («wurden Verdächtigungen geäußert – und vor allem jede Menge Emotionen geschürt» etc.) doch reichlich von sonstiger Sachlichkeit entfernt. So stört ihn die absolut friedliche Aktion einiger Bürger in Schutzanzug vor dem Rathaus; und bei Bürgerfragen verwendete Begriffe wie «Störfall» (Frage nach Sicherheit bei Störungen im Betriebsablauf wie Feuer, Stromausfall) oder «Fallout» (betrifft mögliche Faserausbreitung in der Umgebung) werden als Beleg für ein Schüren von Emotionen zitiert.

Dass bei den anstehenden Themen wie Emissionen, Grenzwerte oder «Gefährliche Abfälle» (= Fachbegriff!) gerade in Beselich auch Beunruhigung entsteht, liegt doch wohl an der Materie selbst. Die Ausführungen des Unternehmers, seiner fachlichen Berater und der Vertreter des RP konnten ebendiese Beunruhigung, Zweifel und Sachkritik nicht ausräumen; auch danach bleibt das Fazit, dass Gesundheitsgefahren langfristig nicht absolut auszuschließen sind. Viele Bürger haben unterschiedlichste Fragen und Bedenken vorgetragen, das ist legitim, demokratisch und gut so! Es war höchste Zeit, sich um die Frage der Akzeptanz einer solchen Anlage gerade im abfallwirtschaftlich vorbelasteten Beselich zu kümmern. Der Artikel der NNP vom 1. 10. («Bedenken gegen den Investor» von Herrn Thies) hatte dankenswerterweise zur Öffnung dieser Thematik beigetragen. So kann man sagen: Die Diskussion ist spät in Gang gekommen, aber besser spät als zu spät!

Nassauische Neue Presse - Leserbrief vom 11.11.10   bzgl.Bürgerversammlung

So schlau wie vorher - Christian Loh, 14 Jahre alt, Beselich-Obertiefenbach

Die Verantwortlichen der Firma Wool.rec haben viel um den heißen Brei herumgeredet, doch auf dieses Thema möchte ich hier nicht näher eingehen, da ich denke, dass jeder der Anwesenden dies bemerkt hat. Vielmehr möchte ich auf das arrogante Verhalten von Herrn Fritsch eingehen, welches er mir und uns allen an diesem Abend entgegengebracht hat. An seinem Umgang mit den gestellten Fragen erkennt man, dass er einen großen Wunsch nach dem schnellen Geld hegt. Darüber hinaus drücken seine Mimik und Gestik seine Gleichgültigkeit und sein Desinteresse gegenüber den Bürgern von Beselich aus.

In der Diskussion um eventuelle gesundheitliche Schäden und Umweltbelastungen wurden durch Wool.rec keine klaren Aussagen gemacht. Der Bürger war nach der Veranstaltung genauso verunsichert und schlau wie vorher. Ich hoffe, dass der Gemeindevorstand jetzt endlich bemerkt hat, dass ein sehr großer Teil der Bürger gegen eine Ansiedlung der Firma Wool.rec in Beselich ist. Nun liegt es in der Hand des Gemeindevorstands bzw. der Gemeindevertretung klarzustellen, dass sie an einem Verkauf des Grundstückes nicht mehr interessiert sind. Ich möchte mich für alle Kinder und Jugendliche, die Ihrer aller Zukunft sind, für ein gesundes und lebenswertes Beselich einsetzen.

Nassauische Neue Presse - Leserbrief vom 11.11.10  bzgl.Bürgerversammlung  

Taschenspielertricks - Norbert Bandur, Beselich-Niedertiefenbach

In meinem Redebeitrag erwähnte ich einen Trick, den die Industrie in den Kaminen ihrer Anlagen anwendete, um Grenzwerte einzuhalten. Die Abgase wurden vor der Freisetzung in die Umwelt noch einmal mit Frischluft verdünnt, so dass die Konzentration (Menge Schadstoff pro m³) auf den zulässigen Grenzwert abgesenkt wurde. Die Menge des ausgebrachten Schadstoffes blieb aber unverändert. Diese Beobachtung liegt aber schon 40 Jahre zurück, und ich dachte, die Kontroll-behörden seien in der Zwischenzeit schlauer geworden. Fehlanzeige! Kurz vor Ende der Bürgerversammlung verplapperte sich Dr. Schäfer vom RP in Gießen. Im Zusammenhang mit der Abluft aus der Woolrecanlage sagte er wörtlich: «. . die hinter dem Filter noch einmal verdünnt wird.» Aha! Die Taschenspielertricks sind mit Duldung der Kontrollbehörden immer noch dieselben. Man hat offenbar nichts dazu gelernt.

Nassauische Neue Presse - Leserbrief vom 11.11.10  bzgl.Bürgerversammlung

Nutzen sehr, sehr klein -  Dieter Fröhlich,Beselich

Die Bürgerversammlung in Obertiefenbach war nach meiner Meinung ein voller Erfolg. Meine Bedenken wurden nur noch mehr bestätigt. Laut RP Gießen gibt es keine genaue Messmethode, sondern ein Schätzen der Partikel, die durch den Schornstein gehen. Da die Grenzwerte zwar von der Regierung festgelegt, aber von der Industrielobby ermittelt werden, sind sie nicht sehr glaubhaft. Da diese Fasern nie verrotten, sind sie eine Gefahr für die Gesundheit. Jedes Jahr werden es mehr. Die Verteilung der Fasern in der Umwelt geschieht nicht nur durch Wind, sondern auch durch Regen, Nebel und Schnee. Das Argument eines Landwirts, was mit Getreide, Viehfutter oder mit der Öko-Landwirtschaft geschieht, wurde mit normalen Umwelteinflüsse abgetan. Der Verweis, dass Rauchen schädlich ist, weiß wohl jeder. Dass Dieselruß gefährlich ist, weiß auch jeder. Meine Frage: Fahren die Zulieferer mit Elektro-Lkw oder haben sie «Rosenöl» in ihren Tanks? Falls Woolrec die Genehmigung bekommen sollte, siedelt auf diesem Gelände kein anderes Unternehmen mehr an, außer aus der Müllverarbeitung. Der Nutzen, den die Gemeinde haben möchte, ist wahrscheinlich sehr, sehr klein. Gewerbesteuern gibt es die ersten (zehn bis 20) Jahre auch nicht. Arbeitsplätze? Die Aussage des Herrn Fritsch (er schwieg) waren doch eindeutig. Es gibt so gut wie keine. Wer so argumentiert wie die SPD, ist nicht wählbar. Man sollte nach Ansiedlung der Fa. Woolrec das Gemeindewappen ergänzen – mit einem Müllsack. Noch mehr Müll in Beselich brauchen wir nicht.

Nassauische Neue Presse 03.11.10

Sachlich diskutieren! Zu «Bürger wollen Recycler verhindern», Jörg Diefenbach, Mitglied der Gemeindevertretung 

Die Entscheidungsträger aller Fraktionen und Gremien sind sich einig: Eine Gesundheitsgefährdung für die Beselicher Bürger muss ausgeschlossen sein, ansonsten darf eine Ansiedlung des Betriebes nicht erfolgen. Man ist aber auch darüber einig, dass die zur Beurteilung dieser entscheidenden Frage erforderlichen Informationen und Fakten vor jeder Diskussion erst vollständig eingeholt und objektiviert werden müssen, um dann in einer sachlichen Auseinandersetzung zu einer Entscheidung zu kommen, die das Wohl der Gemeinde Beselich fördert. Obgleich die demokratisch gewählten Gemeindevertreter letztlich die alleinigen Entscheidungsträger sind, ist klar, dass der Weg zu dieser Entscheidung für alle Bürger transparent und nachvollziehbar sein muss. Auch hierüber besteht eine feste Einigkeit zwischen Fraktionen, Gremien und der Gemeindeverwaltung. Es ist befremdlich, wenn dieser gute und demokratische Weg durch sachfremde, emotionale und zum Teil schon jetzt widerlegbare Behauptungen torpediert wird. Dass es sogar Drohungen gegen den Bürgermeister und dessen Familie gibt, die sich gegen Leib und Leben richten, verschlägt jedem verständigen Menschen die Sprache und muss strafrechtliche Konsequenzen haben! Egal wie man zu der Ansiedlung von Woolrec steht: Ich appelliere eindringlich an alle, sich an einer sachlichen Diskussion zu beteiligen und eine solche nicht schon a priori durch Emotionen, persönliche Befindlichkeiten und Voreingenommenheit im Keim zu ersticken. Hoffentlich ist es nicht schon zu spät – es wäre schade für den wunderbaren Standort Beselich und das erfrischend gute politische Klima in unserer Gemeindepolitik.

Kommentar des Bürgerforums: Herrn Diefenbach können wir nur teilweise zustimmen. Er sollte unseres Erachtens die sachfremden und wiederlegbaren Behauptungen mal klar benennen. Wie verträgt sich seine Äußerung mit der Tatsache, dass das Grundstücksverkauf eigentlich schon längst unter Dach und Fach gewesen wäre, wenn denn Herr Fritsch nur gekonnt hätte. Wenn Herr Diefenbach den Meinungsstreit einerseits und die absolut verwerflichen Bedrohungen gegenüber Herrn Müller andererseits nicht voneinander trennt, trägt er damit jedenfalls nicht zu einer Versachlichung bei.

Nassauische Neue Presse 4.10.10

Leserbrief zum Bericht (1.10.10) über die Fa. Woolrec „Bedenken gegen Investor“ von G.Heep, Beselich

Grundsätzlich ist es sicherlich erfreulich, wenn Investoren in Beselich Betriebe errichten wollen. Da diese jedoch für lange Zeit geplant sind und Nebenwirkungen wie Lärm und Emissionen haben können, sind die Gemeindevertreter, die über die Vergabe der Grundstücke beschließen sollen, gut beraten, sich das Vorhaben genau anzusehen.

Da hier gegen die Fa. Wool.rec seit geraumer Zeit eine Bürgerinitiative agiert, die Krebsgefahr durch Emissionen des Betriebes befürchtet, sollten m.E. nicht nur die Argumente der Firmeninhaber sondern auch die der Bürgerinitiative gehört und berücksichtigt werden. Schließlich gibt es im Gewerbegebiet neben etlichen Arbeitsplätzen mehrere Imbissbetriebe, so dass selbst bei gesundheitlich unbedenklichen Emissionen die Frage zu stellen ist, wie und ob der neue Betrieb ins Gesamtkonzept passt.

Die Kreismülldeponie mit ihren diversen Filialen bietet schon genug Probleme dieser Art, die Geflügelschlachterei ist glücklicherweise weitergezogen. Müssen wir eigentlich in Obertiefenbach alles haben, was andere nicht wollen oder stinkt? 

Nassauische Neue Presse 5.10.10

Leserbrief zum Bericht (1.10.10) über die Fa. Woolrec „Bedenken gegen Investor“ von A.Kloft, Beselich

es ist schon verwunderlich, dass eine solche problematische Gewerbeansiedlung den Bürgern erst nach einer Anfrage Ihrer Zeitung bekannt wird; der Betreiber Wool.rec hat bereits laut Mittelhessen-Zeitung am 02.09.10 verkündet, dass „eine neue Anlage schon Mitte 2011 in Beselich fertig sein wird“. Dass nach massiven Beschwerden in Tiefenbach auch in Beselich Bedenken geäußert werden (wie in Heckholzhausen) ist verständlich. Schließlich kann keiner wirklich wissen, welche Schadstoffe in welchen Mengen bei dem Waschen und Brennen der Dämmstoffe über Wasser oder Abluft in die Umgebung gelangen. „Grenzwerte eingehalten“ heißt hier lediglich, dass die Schadstoffe, die überhaupt technisch erfassbar sind, in erlaubten Mengen freigesetzt werden. Langfristig kann keiner wissen, ob sich nicht doch umweltschädliche oder krebserregende Stoffe im Umland (und ihren Bewohnern) absetzen. So stellt sich mir bei der Bilanz des Bürgermeisters: “Dort wird ein Schadstoff angeliefert und ein zu hundert Prozent unbelasteter Rohstoff kommt aus der Anlage heraus“ eben die Frage: Wo sind bei der Rechnung nun die Schadstoffe hingewandert? Gewerbe (Industrie?) ja, aber warum muss sich die Gemeinde (neben der Mülldeponie oder der Kompostanlage) eine weitere „potentielle Laus“ in den Pelz setzen?

Nassauische Neue Presse 8.10.10

Leserbrief zum Bericht (1.10.10) über die Fa. Woolrec „Bedenken gegen Investor“ von B.Litzinger, Beselich

Die nachhaltige Begeisterung von Herrn Bürgermeister Müller über die Fa. Woolrec aus Braunfels-Tiefenbach, die bis Mitte 2011 ihren Standort nach Obertiefenbach verlegen will, mag sich bei mir nicht so recht einstellen. Immerhin handelt es sich um einen Betrieb, der Mineralwolle (Herstellung vor dem Jahr 2000) recycelt, deren krebserregende Wirkung gemeinhin nicht mehr bezweifelt wird. Dabei ist es dem Betrieb nach den technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 521 erlaubt, bis zu 50 000 Fasern pro Kubikmeter Abluft  freizusetzen, was bei dauerhaftem Betrieb (3-Schicht-Betrieb) hochgerechnet m. E. eine nicht unerhebliche Gefährdung für unser aller Gesundheit darstellt und dies für unabsehbare Zeit. Wegen der meist vorherrschenden Windverhältnisse würden jedoch insbesondere die Bürger von Heckholzhausen betroffen sein.

Nach jahrzehntelanger Belastung durch die Kreismülldeponie scheuen Verantwortliche in den Gemeindegremien nun offensichtlich nicht davor zurück, den Bürgern wieder eine neue Gefahrenquelle zuzumuten. Zu diesem Zweck hat man im vergangenen Jahr bereits Voraussetzungen geschaffen, indem man einen Teil des Obertiefenbacher Gewerbegebiets wegen der Fa. Woolrec in ein Industriegebiet (25000 m²) umgewandelt hat. Man wollte sicher gehen, dass auch eine Industrieanlage genehmigungsfähig ist. Dass die Planungen für einen Umzug von Braunfels-Tiefenbach nach Beselich laut RP bereits vor ca. 2 Jahren eingeleitet wurden, wirft die Frage auf, ob nicht doch schon alles quasi beschlossene Sache ist.

So wünschenswert es ist, dass sich weitere Firmen im Gewerbe- und Industriegebiet ansiedeln, darf es aber nicht außer Acht bleiben, welchen Preis wir letztlich dafür zahlen. Der Verkauf von Gewerbe- und Industrieflächen sollte daher nur an weitgehend emissionsfreie Betriebe erfolgen.

Nassauische Neue Presse 9.10.10

Leserbrief Hellhörig werden - Zu: Bedenken gegen Investor von U. Boppré, Beselich

Mit Erstaunen habe ich der Presse entnommen, dass sich die Fa. Wool.rec im Industriegebiet Beselich ansiedeln möchte. Die Anlage wird vom Regierungspräsident als»emissionsrechtlich schwierige Anlage» angesehen; bisher sind dieser Firma nur Emissionen im Grenzbereich nachzuweisen. Bei empfindlichen Menschen können aber auch geringe Mengen von Schadstoffen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Am bisherigen Standort dieser Firma klagen z. B. die Landwirte über kranke Tiere, Anwohner über Teile von Mineralfasern auf ihren Außenanlagen. Wie gesundheitsschädlich diese Fasern sind, braucht wohl nicht näher erläutert zu werden.

Als Beselicher Bürger sollte man hellhörig werden. Die Anlage wird in unmittelbarer Nähe zu hochwertigem Weidevieh stehen, die dieser Belastung ungeschützt ausgesetzt sind und über die Nahrungskette natürlich auch in den Menschen gelangen. Ferner steht die Anlage in der Nähe zu Betrieben die Lebensmittel zum Verzehr anbieten. Für mich in sich schon ein Widerspruch.

Bisher wurde von keiner Seite mitgeteilt, mit welchen Gefahrstoffen gearbeitet wird und welche Schadstoffe dort genau anfallen, wie diese entsorgt werden und wie sich diese Stoffe– auch langfristig gesehen – auf Mensch und Umwelt auswirken können. Ferner wundert mich doch sehr, dass der Geschäftsführer dieser Firma schon öffentlich bekannt gibt, Mitte 2011 in Beselich eine neue Anlage fertigstellen zu wollen, wo doch – angeblich – über den Grundstücksverkauf noch gar nicht entschieden wurde! Ich frage mich, wie er es ansonsten mit der Ehrlichkeit hält. 

Leserbrief zum Bericht der NNP „Recycler will Bürger aufklären“ (Ausgabe 16.10.10) von B. Litzinger

Da ich als Gast an der Werksbegehung bei der Fa. Woolrec teilgenommen habe, muss ich dem Bericht widersprechen, da die Aussage «So erfuhren sie (die Gemeinderatsmitglieder) beispielsweise, dass die Anlage abschaltet, wenn eine einzige Faser messbar in die Luft entweicht» von Herrn Fritsch (Fa. Woolrec) und seinen Mitarbeitern nachweislich nicht geäußert wurde. Dies wäre auch gar nicht möglich, weil eine permanente Emissionsmessung überhaupt nicht stattfindet. Laut Herrn Fritsch wird nur alle drei Jahre vom TÜV nach vorheriger Ankündigung eine Messung durchgeführt.

Im Übrigen ist die Aussage von Herrn Fritsch, es gäbe keine Emissionen, zunächst nur eine Behauptung von ihm, die er bisher nicht belegt hat. Wer sich Mühe macht, beim Regierungspräsidium Gießen nachzufragen, wird schnell feststellen dass diese Aussage auch dort nicht nachvollzogen werden kann. Gäbe es tatsächlich keine Emissionen, müsste eigentlich auch kein Antrag nach dem BImSchG gestellt werden. Ich kann nur an alle Ratsmitglieder appellieren, sich nicht auf die Aussagen der Fa. Woolrec zu verlassen, sondern die bisherigen Messprotokolle einzusehen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Wenn es tatsächlich keine Emissionen gibt, wäre es doch im Grunde genommen kein Problem, dies in dem Verkaufvertrag für das Grundstück bindend festzuschreiben, soweit dies überhaupt später rechtlichen Bestand hätte.

Die Informationsveranstaltung bei der Fa. Woolrec verlief in einer weitgehend sachlichen Atmosphäre, was somit dem vorher geäußerten Wunsch des Bürgermeisters Müller entsprach. Nur ein Beselicher Teilnehmer glaubte, die Stimmung anheizen zu müssen, indem er in seinem Beitrag von «aufrührerischen» Kräften in Beselich sprach. Die kritischen Stimmen aus Beselich werden dennoch die sachliche Ebene nicht verlassen.

sozial - ökologisch - bürgernah